Acapulco, Weihnachten 08
Hello people, hola familia y amigos
We’re back, que alegría! =)
Bei mir sind schon einige Klagen eingetroffen bezüglich fehlender Berichte und vermehrter erfolgloser Homepagebesuche...so dass ich mich nun also endlich in den H. klemme! =)
Die Frage ist wie immer dieselbe, womit soll ich beginnen? Zur Auswahl stehen diesmal unter anderem unsere Ferien in Acapulco, Manus Sturz vom Pferd, allfällige Kaninchenbabies, ein wütender Nachbar und eine schlaflose Nacht, ein leckendes WC und seine Folgen, Mazamitla con los Españoles, Klettern und Salsaparty Part 1, Reitaussichten und natürlich unser ganz normales, alltägliches Leben.
Für alle Fotofans gibt ausserdem endlich mal wieder ein paar Bilder, besser gesagt eine Tonne Bilder, was v.a. Samantha zu verdanken ist, die zwischen Dezember und Januar Mexiko unsicher gemacht hat, mit dem Motto „Nicht ohne meine Kamara!“ Muchas gracias, guapa! =)
Gut, nun also zurück ins letze Jahr: die zweite Weihnachten fernab vom Heimatland hat Familie Altermatt, in Begleitung von Samantha, Manus Mutter Pati und der grossen Verwandtschaft (tíos, tías, primas y la abuelita de Manuel) am Strand in Acapulco verbracht. Für Details schaut euch das Foto auf der Brücke über dem Pool an, welche unter dem Gewicht der ganzen Familie gerade noch standgehalten hat... impresionante, verdad? Der Schnee und weisse Zauber hat natürlich gefehlt, die Kälte und Dunkelheit hingegen nicht. Wie sichs gehört haben wir uns gebräunt, die tägliche Piña Colada getrunken, gelesen, sind Banane geritten, haben in Mac Donalds und Pizza Hut gegessen – das waren die einzigen die Platz für 20 Personen hatten... =) – und vor allem das dolce far niente genossen, nach der langen Arbeitsphase von August bis Dezember.
Ja, Lehrer/innen in der Schweiz, wie habe ich euch doch um eure Herbstferien benieden... und um die netten, disziplinierten und arbeitswilligen Kids! ;)
Jaja, ich weiss, ist alles nicht wahr, auch in der Schweiz sind die Schüler nicht mehr was sie mal waren, aber auf jeden Fall kann ich euch versichern dass ich hier ganz viel lernen darf – nicht nur lehren. Übrigens liebe ich unterdessen meine Kids, alle 100, mal mehr und mal weniger zwar, aber meine 3., 4. und sogar meine 6.Klässler würde ich nicht mehr hergeben. Über die erste würde sich verhandeln lassen, ich bin einfach keine Unterstufenlehrerin! Wir haben uns unterdessen alle aneinander gewöhnt, was die Arbeit enorm erleichtert, trotzdem komme ich halt täglich nur 45 bis höchstens 90 Minuten in jede Klasse, was mich sehr limitiert, mehr als alles in „meiner“ Klasse, der 4., wo ich Klassenlehrerin bin. Oft fehlt die Zeit und am Ende des Tages frage ich mich ob wohl alle an der Reihe waren, wer gefehlt hat und welchen Eltern ich noch eine Mail bezüglich fehlender Hausaufgaben, Nachhilfe oder Fortschritten schreiben muss... Gott sei Dank gibts Post-it, sonst würd ichs echt nicht schaffen und zwischenzeitlich im Chaos versinken. =)
Da freut man sich natürlich immer auf die Wochenenden, besonders auf die langen, mit Brücke am Montag, wie es letze Woche der Fall war. Wir haben eine Cabaña gemietet, in Mazamitla, wo ich mich unterdessen schon fast ein bisschen heimisch fühle – wohl wegen der schweizähnlichen Umgebung oder doch eher der Pferde wegen? Gemeinsam mit unseren spanischen Nachbarn sind wir in einer vollbepackten Camionetta losgefahren. Wer uns gesehen hat dachte wir würden bestimmt nicht vor einem Monat zurückkommen. Dies wohl, weil Juando und Anita nebst Kleidern und Food auch Decken, Salatschleuder, Wasserpfeife und Hausbar eingepackt haben, man weiss ja nie, was man plötzlich dringend braucht... Wir hatten jedenfalls ein tolles Wochenende, mit den Höhepunkten reiten – am Schluss sind alle meine drei unerfahrenen Charros galoppiert! – und tirolezza – am Drahtseil über den Bäumen schweben, nur fliegen ist schöner! Und dank Anitas Salatschleuder konnten wir sogar Salat zubereiten und auch von Wein und Wasserpfeife wurde Gebrauch gemacht. Einzig die 20 Bierflaschen kamen fast vollständig wieder zurück, nachdem Juando nur eine gebraucht hatte um das Fleisch zu marinieren, es war einfach zu kalt. Und das sagen wir Schweizer, bei Tagestemperaturen bis wohl so 25 Grad oder mehr und Nachttemperaturen um 10 Grad, fast schon lächerlich für euch, verdad? Ich frage mich am Morgen wenn ich vor 7 Uhr ins kalte Auto sitze oft ernsthaft wie ich die Schweiz ausgehalten habe, ob dies tatsächlich nur meinem warmen Wintermantel und den Handschuhen zu verdanken war...? Ich weiss es nicht.
So ihr Lieben, wenn ihr jetzt zur Abwechslung noch kurz von Pech und Pannen in unserem Leben hören wollt (schlimm ist es nicht, Gott passt auf uns auf und beschenkt und reich), kann ich euch von zwei unschönen Abenden nach zwei schönen Tanzkursen erzählen:
Die erste Heimkehr war harmloser, wir kamen zur Tür herein, Manu ging nach oben und noch bevor ich meinen Hasen gute Nacht sagen konnte hörte ich ihn laut nach mir rufen. Ich kam also die Treppe raufgerannt und stand oben angekommen gut 5 cm im Wasser. Stellte sich heraus dass ein Teil des Toilettenapparats (wie nennt man den?) kaputt gegangen war, und zwar genau das Teil, welches das ständig nachlaufende Wasser stoppt. Ich machte mich also daran, die ca. 100 l Wasser aufzunehmen – zum Glück sind in Mexiko die Häuser schief gebaut, so dass das ganze Wasser von unserem Bad nur in unser Schlafzimmer und den Gang, nicht aber ins Gästezimmer und Büro gelaufen ist. Computer und Co. haben also überlebt – während Manu sich als Klempner versuchte, denn diesen wollten wir nachts um 11 Uhr lieber nicht mehr rufen. Als es mit dem Klempner nicht hinhaute – das Teil war nicht reparierbar – versuchte sich Manu als Mac Giver: wie könnte er das Wasser stoppen? Und wie die Menschen so oft in Notsituationen zu einer Flasche Wein greifen, hat dies auch mein Mann getan. Allerdings nicht, um diesen zu trinken, sondern um mit dem Korken das Wasser zu stoppen. Nicht schlecht, oder? =)
Das zweite Nach-Hause-Kommen war auch interessant:
Nach Tanzen und anschliessendem Festchen bei José kamen Manu und ich so um Mitternacht nach Hause, und ich begann noch eine Weile zu korrigieren. Allerdings konnte ich mich nicht konzentrieren, da unser Nachbar (im selben condominio, in einem der 6 Häuser, schräg gegenüber von uns)offensichtlich eine Party feierte. Nicht nur wegen uns, sondern auch wegen der anderen Nachbarn, zwei davon mit Baby und Kindern, fand ich ich würde kurz bei Roberto vorbeischauen und ihn bitten, doch ein bisschen leiser zu sein. Es war ein normaler Donnerstag und Manu und ich sind alles andere als lärmempfindlich, aber Roberto war mit einigen Studentenkollegen und offener Tür so lautstark am Diskutieren, Fluchen und Lachen, dass ich im nichtanschliessenden Büro jedes Wort verstanden habe. Manu ging lieber selbst, hat die Jungs nett um etwas mehr Ruhe gebeten, was diese auch einigermassen gut angenommen und die Musik runtergedreht haben. Um zwei Uhr, unterdessen im Bett, war der Lärm jedoch schlimmer denn je und mein Mann – unterdessen ein bisschen gereizt und auf Touren – ging nochmals vorbei, ein bisschen heftiger als beim ersten Mal, worauf ihn unser Nachbar beschimpft und zum Geier gejagt hat (nett ausgedrückt). Er fand dies sei sein Haus und in seinem Haus dürfe er so laut machen wie er wolle. Es ging dann noch eine ganze Weile so weiter und als es endlich still wurde und wir am Einschlafen waren gabs plötzlich einen lauten Knall an unserem Fenster – von einer darangeknallen Bierflasche! Irgendwie passte das in keins unserer Schweizer Konzepte und ehrlich gesagt fühlten wir und all unsere Nachbarn sich bedroht. Von Schlaf konnte natürlich keine Rede mehr sein. Unterdessen haben wir alle gemeinsam gut mit ihm sprechen können, uns untereinander entschuldigt und versprochen, einander zu helfen und zu unterstützen – und bei allfälligen Parties zu informieren oder gegenseitig einzuladen.
Leute, es ist 2009 und wir haben nach einem Jahr voller lieber Besucher noch keine Gäste in Aussicht! Unser Gästezimmer ist ungewohnt leer, weshalb ich einfach unsere Einladung wiederholen möchte, unsere Türen sind offen und du bist jederzeit herzlich willkommen! Wir freuen uns auf euch, ganz herzlichen Dank auch für alle Mails, Briefe, Lebenszeichen. Wir sind weit weg, es geht uns sehr gut, aber wir vermissen natürlich Land und Leute und freuen uns immer, von euch zu hören!
Be blessed, cuidense mucho!
Un abrazo, Annina
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