17. Januar 2008

 

liebe freunde und familien

 

gestern feierten wir auf den tag 4monate guadalajara und 1 ½ Jahre Hochzeit. wow, und das haben wir abends um 11 herausgefunden...

 

wie geht es euch? bei uns ist es zwischendurch mal ein bisschen kälter- wir sind allerdings schon fast mexikaner geworden in der beziehung, wenn wir uns über kälte beklagen sprechen wir von 10grad... =) aber nach wie vor scheint die sonne vom himmel und die vorstellung, dass manu und ich in der schweiz in 2wochen ins skilager fahren würden, ist komisch. fehlen wird es uns allerdings schon, wie schön wäre ein tag auf dem snowboard! aber zweimal in die schweiz kommen werde ich nicht, deshalb warte ich lieber auf den sommer und schau mal, wann ich auf besuch kommen kann –geht schliesslich nur, wenn ich selbst nicht auch besuch habe... ;) . ich sags noch einmal, das gästezimmer ist bereit und unterdessen eingeweiht, die kritik ist ausgezeichnet – fragt mark, er wird euch von den vielen sternen erzählen...

 

weihnachten war super -abgesehen von einer grippeepidemie, die ganz mexiko übertrifft -, wir sind mit mark und norma, einer freundin, unterwegs gewesen und für diese ferien heisst unterwegs wirklich unterwegs! wir haben in den 10 tagen drei orte besucht und nur einmal in unserem geliebten heim übernachtet. zuerst gings ins df, zu luis, lulu und co. wir haben mark nach xochimilco, das venedig mexikos, geführt, dann in die marquesa, zum picknicken, „kick-baseball“ spielen, quad fahren und REITEN! es war super, und mein pferd hat mich für eine stunde vergessen lassen, dass ich fieber habe und mich nicht wirklich gut fühle. die mexikaner, die doch noch viele pferde haben, waren herrlich empört über die schweizerin, die kommt und ihnen zeigt, wie man reitet... ;) bei manu sind jedenfalls klagen eingegangen. gut, und während die einen geritten sind, haben die anderen – manu, mark und die frauen! – die tequila und bacardiflaschen geleehrt, näheres siehe bildergalerie. ;)

 

weihnachten selbst war gemütlich, viele leute, gutes essen, geschenkaustausch. ich habe einen pulli und einen bodyspray bekommen, manu kletterbücher und ein parfum, norma ohrringe und parfum, mark ein t-shirt. ein cousin von manu hat ein riesentier von einem truthahn zubereitet – anscheinend über 8stunden! – und auch der rest vom essen war gut, halt weder fondue chinoise noch kartoffelstock mit schinken und getrockneten bohnen, aber gut!

 

am nächsten tag gings mit dem auto zurück nach guadalajara und von da aus an den strand, das kam mir dann irgendwie schon fast kitschig vor, 26.dezember und baden im meer... herrlich! die männer sind surfen gegangen und plötzlich haben wir ein lautes, komisches geräusch gehört und tatsächlich, da schwammen zwei grosse wale dem strand entlang spazieren! das war krass und alle waren total aufgeregt und aus dem häuschen, und ich hoffte die ganze zeit nur, dass die tiere nicht noch näher an den strand kommen würden. dann wärs nämlich nicht nur für mark und manu auf dem surfboard interessant geworden, sondern gefährlich für die tiere selbst... ich sah mich schon mit grossen eimern wasser aus dem meer schöpfen und über die gestrandeten tiere giessen, wieder und immer wieder...

 

dann sind wir auch noch tauchen (manu und ich) und schnorcheln (mark und norma) gegangen, das war ein echtes abenteuer. jetzt weiss ich sozusagen, wie man hyperventiliert, und ja, es ist echt nicht lustig. ich habe mich zwischen gefreut und megamässig respekt gehabt, weil unser tauchbrevet doch schon eineinhalb jahre her war und ich mich nicht ganz wohl fühlte beim gedanken, mich nicht mehr so gut an alles zu erinnern. tja, annina sternzeichen jungfrau und kontrollfreak... und hei, dann sagt dir dein kopf auch noch, dass du unter wasser nicht atmen kannst, das war echt eine herausforderung! nach einem langsamen start ist es dann aber doch gelungen und wir haben ein seepferdchen, viele seesterne und fische, einen kleinen tintenfisch und sogar eine moräne gesehen – wäääh, direkt neben mir, ich bin so erschrocken dass ich gleich mit den flossen zu paddeln begann und den ganzen meeresgrund aufwirbelte, so dass die anderen die moräne leider nicht mehr sahen...:)

 

nach drei gemütlich aufregenden strandtagen gingen wir kurz nach hause, luden norma ab, packten unsere kleider um und ab gings an den flughafen, mit dem ziel monterrey. dort warteten memo, karla, lalo und marie auf uns, freunde von manu aus seinem kanadajahr. dort gings dann weiter mit einer wander-klettertour bis hoch zu einem wasserfall, der dann aber doch kein wasser hatte. nun gut, für die mutigen jungs reichte es wenigstens für ein bad – für die mit dem grossen maul bis zu den knien ;) und für den verrückten lalo dann doch sogar für einen „schwumm“. ich hatte kalt in meiner jacke und er nahm ein bad, echter brokeback-mountain-cowboy! ;)

 

an silvester hatte neben silvester karla ihren 25.geburi, also feierten wir alle bei ihr zu hause auf der terrasse vor dem haus. das war eines der besten silvester die wir je hatten, alle tanzten, assen und tranken bis zwölf uhr und dann bliesen alle in ihre trompeten-tröten, machten einen riesenkrawall und assen 12 trauben – ok, ich glaube das alles gleichzeitig geht nicht, aber so hat es sich jedenfalls angehört, und ah ja, dann wurden auch noch alle ballöne, die bis zu diesem moment als dekoration gedient hatten, mit zahnstochern zerplatzt, je schneller und mehr desto besser... das mit den 12trauben ist eine tradition, die ursprünglich wahrscheinlich aus spanien kommt, sie essen zu jedem der 12 glockenschläge um mitternacht eine traube und jede dieser trauben steht wiederum für gesundheit, freunde, glück, geld, zufriedenheit... und ja sina, du hattest recht, die rote unterwäsche kommt hier auch zum zug, zusammen mit gelber, schliesslich will mann – und frau liebe und geld im neuen jahr! nach mitternacht schlugen wir die pinata, gefolgt von vielem feuerwerk – karla ist ein fan! aber leute, wenn die zündschnüre in der schweiz gerade genügend lang sind, um sich in sicherheit zu bringen, dann sparen sie hier geld damit – fragt doch noch einmal mark, oder vielleicht besucht ihn und schaut euch seine schwarzen, angesengten haare an. abgesehen davon fing auch noch ein abfallsack feuer und brannte lichterloh – neben einer gasleitung. feuerwehrmann manuel hat die situation zum glück in den griff gekriegt und uns geretten... welcome in mexico, dachten wir wieder einmal.

 

am 2.januar gings zurück an die arbeit, so langsam sind alle meine schüler zurück und auch manu hat eine menge arbeit – aber sehr spannend! am nächsten Montag fliegt er für 4 tage nach cancun – ja, ihr habt richtig gelesen, an den touriort cancun, da, wo wir uns vor 2 ½ jahren verlobt haben- er geht arbeiten, sagt er jedenfalls... ;) ansonsten gehts uns gut, wir sind nicht so fit und munter wie normal, noch immer ein bisschen am kränkeln, mexico nach wie vor besser am kennen lernen – mit den schönen und den schlechten seiten, momentan lernen wir beide geduld! -, die schweiz vermissend, oder besser gesagt euch, aber auch mexico geniessend. wie immer gibts eine riesenportion sonnenschein und diesmal noch eine portion relax und alles gute fürs neue jahr, wir freuen uns von euch zu hören – und wenn ihr lust habt, vergesst nicht die neuen fotos anzuschauen. enjoy!

 

herzlich liebe grüsse und eine dicke umarmung aus guadalajara,

annina